Die Frankfurter Allee ist jetzt auch nicht gerade die schönste Straße Berlins. Je weiter man stadtauswärts kommt, desto furchtbarer wird sie. Ich kannte mal eine (flüchtig), die ist abends manchmal auf dem Bürgersteig joggen gegangen. Aber eher stadteinwärts. Im Lichtenberger Teil bzw. nur einen Steinwurf (das ist auch son Ausdruck) entfernt finden sich, jenseits des grauenvollen Ringcenters und hinter dem Restaurant Fünf-Länder-Eck, in gemütlicher Dreisamkeit die ehemalige Stasizentrale, eine riesige Niederlassung der Deutschen Bahn und das Arbeitsamt mit Jobcenter. Das Gelände des Letzteren spiegelt die verzweifelte Fehlplanung und den menschenverachtenden Hohn von Hartz IV, eine Mischung aus gigantischem Parkplatz, einschüchternder Architektur aus der DDR und den Neunzigern, durchsetzt mit in sich zusammenfallenden Baracken. Wer gerne eine so richtig richtig schlechte Laune kultivieren möchte, fahre doch an einem schön grauen Novembertag dort hin und schnuppere ein bisschen aggressive Verwaltungsluft. Tip: mit dem Fahrstuhl auf Erdgeschossebene hochfahren! Überhaupt, ein so riesiges Gebäude, in dem dann alles so eng und verstellt ist und sich die teilweise recht übelriechenden, größtenteils lethargische Menschen drängeln. Das ist alles so zum Kotzen.
(Eigentlich müsste ich da nie wieder hin. Wenn die nicht, so zum Abschied, völlig wirre und bekloppte Nachzahlungsforderungen stellen würden, die alle bisherigen Scherereien mit ihnen in den Schatten stellen.)
Mlle Händel - 7. Nov, 16:45
Matetee schmeckt ein bisschen nach altem Aschenbecher. Aber trotzdem irgendwie ganz gut.
Mlle Händel - 13. Okt, 09:04
Mlle Händel - 9. Okt, 09:12
Mlle Händel - 7. Okt, 09:06
Zum ersten Mal hier Fenster geputzt, also nicht alle, sondern zwei, aber was das für einen Unterschied macht! Man sieht jetzt richtig was. Zum Beispiel den Assi-Kiosk vorm Haus, den ich aber irgendwie schon fast liebgewonnen habe, vor allem, wenn Eisenwaren-Man, der Besitzer des Eisenwarenladens gegenüber in seiner senfgelben Jacke, die Hände auf dem Rücken, dorthin schlendert und sich ab und zu umschaut, ob nicht doch mal ein Kunde vorbeikommt. Dann trinkt er einen Kaffee, hält ein Schwätzchen und schlendert wieder zurück.
Mlle Händel - 11. Aug, 12:48
Man wünscht sich eine kleine Zaubermaschine, mit der man den Berliner Finanzsenator in eine kleine, unsanierte, zugige Plattenwohnung mit einer konstanten Raumtemperatur von 15°C beamen könnte. Der Kühlschrank wäre fast leer und das Konto für die nächsten Wochen auch. Er, also der Finanzsenator, nicht der Kühlschrank, trüge einen schönen Polyester-Norweger, der langsam zu riechen anfinge, weil er ihn aufgrund der Temperatur in der Wohnung seit Tagen anhätte, den er aber auch nicht waschen könnte, weil die Maschine leider gerade kaputt gegangen wäre.
Mlle Händel - 30. Jul, 12:53
Den Stehsammler Vermischtes (alt) durchgegangen, um Sachen wegzuschmeißen, Regalplatz ist kostbar dieser Tage. Es ist mir nicht gelungen, unter anderem habe ich gefunden:
- vorläufigen Reisepass aus dem Jahr 2001
- Auszug aus Kürschners Volkshandbuch Deutscher Bundestag 14. Wahlperiode 1998, in dem mein Großvater Notizen zu den einzelnen Abgeordneten gemacht hat
- Asterix auf Korsika
- Bedienungsanleitung meiner Stereoanlage
- Abizeitung
- Ein handgeschriebenes Kochbuch, das eine legasthenische Freundin mir vor 15 Jahren geschenkt hat.
Mlle Händel - 29. Jul, 09:25
"Melonen, 6 Monate Garantie. Das schwöre ich bei meiner toten Katze!"
Mlle Händel - 23. Jul, 12:24